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Archive for the ‘Gehirngespinst’ Category

Das sonnenlose Wetter hat die Gemüter soweit erdrückt, dass es mittlerweile schon zu einer ersten Eskalation kam. Eine unbekannte Person nahm sich selbst zur Geisel und ließ über verschiedene Medien Forderungen verlauten: Öffnet den Himmel wieder, oder es wird Schlimmeres passieren. Wenn die Sonne nicht ab sofort zumindest ein paar Stunden pro Tag Strahlen spendet, kann nicht dafür garantiert werden, dass es lediglich bei Depressionen und Gemütsschwankungen bleibt.
Man weiß bisher wie man reagieren soll, und leider noch weniger, an wen diese Forderung überhaupt gerichtet ist. Verfügt denn jemand über die Sonne? Kann denn jemand die Menschheit durch Unbewusstes zu Depressionen führen, ihnen willkürlich Ressourcen verweigern? Wer kann das? Liegt das überhaupt in der Hand von jemandem?
Unter Umständen muss über die Theorie von einer „Lüge der Globalen Erwärmung“ für Existenzberechtigungen und Ökonomie noch einmal in einer umdenkenden Weise nachgedacht werden, nämlich dahingehend, dass sich die Erwärmung in ihr Gegenteil verwandelt. Eine Erkältung. Hoffen wir, dass das nicht zu noch größeren Auseinandersetzungen führt und sich jene, denen man bereits mehr Sommer versprochen hatte, nicht zu sehr hinters Licht geführt fühlen.

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Studenten in Mainz sorgten in verschiedenen Frühstückslokalen für Aufsehen: auf ungewöhnliche Art füllten sie überfallartig die Lokale. Zu gleicher Anzahl der Studenten waren Obdachlose und sozial Schwache mit von der Partie. Ein Bild, das aussah, als machen Sozialhelfer einen Heimausflug. Anlass für die merkwürdige Begegnung war ein Gutscheinheft, das in der Stadt Mainz immer zu Semesterbeginn verteilt wird und das 2-zum-Preis-für-Einen Frühstücks-Coupons erhält. Die Studenten, die es sich noch leisten können, gingen normal frühstücken und jeder von ihnen hatte einen Frühstücks-Paten bei sich. Ein kleines heiteres Fest, das man nicht glauben mochte, wenn man es sah. Die Lokale waren zunächst sehr überrascht und nicht darauf vorbereitet in gewissem Maße in eine Armenküche verwandelt zu werden. Aber wer kann zahlenden Kunden etwas übel nehmen. Die Studenten jeweils waren sichtlich begeistert von der Begegnung mit ihren „Paten“ und ein weiteres Treffen ist geplant, den Gutscheinheften sei dank.
„Ich kann es mir leisten ab und zu im Lokal frühstücken zu gehen, meine Freunde auch, also sind die Gutscheine Freifahrtsscheine für solche, die es sich nicht leisten können“, sagt einer der frühstückenden Studenten. „Man muss nicht immer alles für sich behalten. Wegen Vergünstigungen sollte man nicht geiziger werden, sondern im Gegenteil schauen, was man damit anfangen kann.“

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Es gibt an der Mainzer Universität angeblich einen Studenten der Theologie der sein Fach bereits seit über 100 Semstern studiert. Er dürfte demnach über siebzig Jahre alt sein und nicht nur seine Kommilitonen, sondern jeden an der Universität überaltert haben. Wenn es ihn gibt, dann möchte ich gerne an ihm vorbeispazieren und meinen Hut vor ihm ziehen.

Denn ich sehe nur zwei Möglichkeiten eines so langen Studiums. Nur um das schöne Leben eines Studenten willen kann es nicht mehr sein, so lange hält man das nicht aus. Gemütlich bei seiner Mutter wohnen kann er auch nicht mehr. Er studiert Theologie. Worum geht es in der Religion? Um Glauben. Und worum geht es in der Wissenschaft? Um Wissen. Der gute Mann möchte einen Punkt klar machen: Es ist unmöglich Theologie zu studieren. Religion und Wissenschaft sind ein Widerspruch, den man nicht innerhalb einer Regelstudienzeit von 5 Jahren bewältigt. Wenn überhaupt. Wie kann man etwas wissen, dass sich durch Glauben manifestiert. Richtig, die Theologie ist nicht die Religion, um polemisch zu bleiben. Aber wie kann ich etwas erklären (und dem nach wissen) wenn es nicht zu erklären ist (da ich nur daran glauben kann). Aber lassen wir die Theologie mal beiseite.

Der gute Mann hat das Problem der Universität erkannt. Man kann ein wissenschaftliches Studium nicht beenden. Du kannst einen Abschluss machen; zur Zeit hat man sogar richtig viel Auswahl. Aber wie will jemand behaupten, er hätte „Das Studium der Mathematik“ beendet? Warum wird schon seit einer gefühlten Ewigkeit an der Mathematik studiert? Es lässt sich einfach nicht beenden. Die Universität ist wie eine Haftanstalt in verkehrtem Sinne: Wer behauptet er weiß genug (ach ja?), der darf gehen. Wer meint man kann gar nicht genug erfahren, der muss dableiben und weitermachen. Der darf dann forschen weiterstudieren. Wieso gibt es den Dozenten? Aus praktischen Gründen. Aber eigentlich sind alle aus dem gleichen Ziel da, sie wollen mehr wissen. Sie wissen, dass es weitergeht, auch wenn es nicht mehr weiterzugehen scheint (da kommt wieder der Glaube ins Spiel).

Nun stell dir mal vor, wir sind alle so drauf. Studieren bis letztendlich der Lauf der Dinge uns sagt, dass Schluss ist. Wer weiß, was es dann noch wiederum alles zu erfahren gibt und wie die Welt bis dahin aussehen würde.

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Bekannte Gesichter

Es kommt ab und an, dann meißt häufiger vor,  dass ich glaube überall Menschen aus meiner Vergangenheit zu erkennen. Sillouetten die allzuvertraut erscheinen, Frisuren, Kleider, die einen Wiedererkennungswert haben. Doch wenn ich den Menschen ins Gesicht schaue, fühle ich mich ertappt, denn es sind fremde Menschen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt ergreift mich eine seltsame Angst, was wäre, wenn diese Person tatsächlich auf einmal auftaucht. Denn es ist nicht möglich, diese Personen anzutreffen, denn entweder habe ich seit Jahren nichts mehr mit ihnen zu tun, oder es ist einfach höchst unwahrscheinlich diese Menschen hier und jetzt anzutreffen.

Was ist das?

Einfach ausgedrückt, Angst vor der Vergangenheit, die mich über mein Unterbewusstsein versucht zu erreichen? Erinnerungen, die eine merkwürdige Weise gewählt haben, sich bemerkbar zu machen? Das klingt alles zu laienpsychologisch und zu erzwungen, ich will auch keine Phänomenologie betreiben.

Es ist überaschend, was man alles bemerken kann, wenn man sich selbst manchmal beobachtet. Nicht dass man sich überwacht, aber es kann aufregend sein, überraschend, auch wenn es schizophren klingt.

Wie gut wäre es, wenn so ein Gesicht tatsächlich einmal nicht nur bekannt sondern echt ist und die Filmfantasie einmal Realität wird. Zwei, drei Einstellungen und die Vergangenheit wird zur Gegenwart, Zeit aufgelöst, die Begegnung zum Traum…

…und träumen wird man noch dürfen…

Alles, was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe.“ (Ellias Canetti)

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